Influencer Marketing – So gehts auf Instagram #nicht

Instagram, Social Media, Influencer, Marketing, Theatritralisch, Teresa Walter

Wer hätte es gedacht? Auf den ersten Blogbeitrag „Influencer Marketing – So nicht!“ folgt ein Zweiter. Denn, wenn du denkst, es geht nicht kurioser, kommt eine andere Anfrage um die Ecke. Und jedes Mal bin ich erstaunt darüber, wie lange mir der Mund vor lauter Sprachlosigkeit offen stehen bleiben kann.

Da wären wir nun: Bei anonymisierten und ganz realen Gegebenheiten auf dem Markt. Mit „Markt“ meine ich die Werbebranche. Denn sind wir ehrlich: Was genau soll Instagram anderes sein, als ein riesengroßes Werbetool? Erst beginnt sich das Individuum dort selbst zu präsentieren #Sebstdarstellung, dann gewinnt es an Reichweite und Followern #Community und schließlich klopfen die ersten Firmen oder Agenturen im Postfach an: „Hey Liebes, uns ist dein super authentisches Profil aufgefallen. Auch wir stehen total hinter Gesundheit und ausgewogenem Lebensstil. Gerne würden wir dir hierzu unser Produkt, den supertollen Bananen-Pommes-Riegel inkl. Lippenpflege für nach dem Verzehr senden. Im Gegenzug…“. Zum Gegenzug kommen wir weiter unten. Erstmal geht es hier um

1. Die Größe des Kanals

2. Der angefragten Leistung

3. Der Situation auf dem  Markt.

Denn: Influencer zu sein bedeutet nicht einfach hübsche Bildchen zu posten!

Die Größe deines Instagram-Kanals

Wenn du ca. 1.000 Follower hast, sollten bei dir in der Regel die ersten Anfragen von Agenturen und Firmen eintreffen. Hier geht es um „PR-Sample“: Produkte, die du kostenfrei (evtl. als Geschenk) zugesendet bekommst und dann in Story oder Post darüber berichtest.

Die Leistung

Was genau bedeutet die angefragte Leistung für dich und für die restlichen Menschen auf Instagram?

Die Frage ist nicht ganz so leicht zu beantworten, da die Antwort sicherlich auch missverstanden werden kann. Ich versuche es: Wenn du auf Instagram gezielt zugesendete Produkte präsentierst, diese ansprichst und nach der Aufforderung eines Unternehmens darüber sprichst, dann machst du Werbung. Denn du bist nicht morgens aufgestanden, hast bspw. eine Lippenpflege in deinem Badezimmer vorgefunden und dir gedacht „Ach, heute ist ein schöner Tag, ich spreche jetzt mal (positiv) von diesem Produkt, nutze Hashtag der Kampagne/Firma und verlinke den Hersteller“. Nein! Ganz bewusst wurde dir ein Produkt für Werbezwecke zugesendet. Im optimalen Fall hast du übrigens noch einen Vertrag unterschrieben. Das nur am Rande…

Wieso ist dieses Vorgehen kritisch?

Es gilt gerade in diesem Bereich, Firmen und Produkte noch genauer zu hinterfragen.

In diesem Bereich werden oftmals Produkte angesiedelt, die mitunter nicht ganz einen Mehrwert für deine Community bringen. Oder vielleicht doch. Vielleicht ist es auch meine persönliche Meinung, die sagt, dass Deo-Säckchen für Laufschuhe oder noch eine Dose Açaí-Pulver nicht so ganz das Bedürfnis des Sport-Marktes widerspiegeln.

Kleine Anmerkung auch hier: Auch ich habe diese Phase durch!

Auf der anderen Seite geben dir diese Anfragen selbstverständlich die Möglichkeit, mal auszuprobieren, was andere Influencer auf Instagram und Co. so vorleben: Produkte vorstellen, Content produzieren. Aber: Auch als Unternehmen und Marketeer würde ich im Hinterkopf behalten, dass Werbung hochwertig, bzw. qualitativ ansprechend gestaltet werden sollte. Entspricht also die Werbeproduktion zum PR-Sample dem Anspruch, den ich als Unternehmen diesem Produkt zukommen lassen möchte? Gute Frage, wie Deo-Säckchen präsentiert werden sollten…

Also: Nur mal eben schnell ein PR-Sample rauszuhauen muss weder für das Unternehmen, noch für den Influencer gewinnbringend sein. Manchmal lohnt es sich als Unternehmen, ein paar Euro in die Hand zu nehmen und Qualität statt Quantität zu kaufen.

Denn ich finde: Arbeit sollte entlohnt werden.

Da wären wir auch schon beim dritten Punkt: Der Markt.

Was gibt der Influencer-Markt her?

Der Markt sagt: Werbung kostet Geld. Und zwar egal wo: Anzeigen online oder in Printmedien, auf Anzeigentafeln, Trikots, Kaffeebechern: Wenn ein Unternehmen sein Produkt beworben haben möchte, so muss es dafür zahlen. Auf Social Media habe ich nicht nur das Gefühl, sondern bekomme im Austausch mit Agenturen oder Unternehmen auch ganz oft widergespiegelt, dass die Bereitschaft, für ein gutes Produkt (hier: gute Werbung für ein Produkt) Geld auszugeben, sehr gesunken ist. Es scheint, als wäre noch immer das Bild weit verbreitet, dass Arbeit auf Instagram/Social Media insgesamt kostenlos verrichtet werden würde.

Wer kam auf diese Idee?

Zum einen sind es natürlich genau die Menschen, die alles mit „Ja und Amen“ annehmen und umsetzen, zum anderen natürlich die Agenturen oder Firmen, die lieber Qualität einbüßen und Masse statt Klasse suchen.

Masse statt Klasse auf Social Media und insbesondere Instagram bedeutet für mich die schnelle Austauschbarkeit von Personen und das schnelle Darstellen eines Produktes.

Wenn ich der Marketeer wäre, würde ich darauf achten, langfristig eine vertrauensvolle und authentische ZusammenARBEIT mit Influencern aufzubauen. Ansonsten machen sich nämlich beide Seiten zum Vollhorst. Wenn heute Person X als Influencer angefragt wird, um

  • Den Kanal aufzubauen (sprich: Follower für die Marke zu generieren)
  • Das Produkt positiv zu bewerben
  • Als Gesicht für eine Kampagne zu stehen

… und morgen genau die gleiche Arbeit von jemand anderem getan wird, dann kann ich:

  • Die Marke nicht mehr erst nehmen
  • Fühle mich als Influencer verarscht
  • Merke, wie austauschbar man ist
  • Werde nicht mehr mit der Marke zusammenarbeiten und positiv über sie sprechen
  • PS: Auch die Community merkt das!

Liebe Markete(e)r: Auch das ist mir schon passiert und ich kann es nicht verstehen, wie man sich erst einen wirklich authentischen Menschen „angelt“, stundenlange Gespräche am Telefon führt, einen auf Best Buddy macht und sich dann im Folgejahr nicht mal mit: „Danke für die Zusammenarbeit, in diesem Jahr finden wir uns noch neu“ (hübsch für: in diesem Jahr arbeiten wir mit der Konkurrenz zusammen) schreibt.

Herzlichen Glückwunsch an die Marken, die sich jetzt wiedererkannt haben.

Influencer sind nicht doof und dank euch lerne ich dazu.

So viel für heute.

Deine Thea ❤

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